Page 77 - Dachsbracke 2017
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nem Rüden „Wastl vom Reitschacher“ durchzuführen. Als Richter für diese
Nachsuche wurde Gottfried Ratzberger von Ofö. Josef Pfarl bestimmt.
Richter Gottfried Ratzberger, HF Mario Schwein, HF Josef Atschreiter sowie
Josef Atschreiter jun. wurden von Edith Kürner in der Unterlaussa erwartet.
Nach einer ca. ¼ stündigen Fahrt ins Revier, kamen wir gegen 12.00 Uhr
im Revier an. Es herrschte ein wunderschöner sonniger, jedoch schwüler
Tag mit einer Außentemperatur von ca 25°. Die Stehzeit betrug somit 16
Stunden, ehe die Nachsuche begann. Bevor wir uns zum Anschuss bega-
ben, teilte uns die Schützin Edith Kürner mit, sie habe heute gegen 8.00
Uhr bereits mit ihren beiden Labradorhunden nachgesucht und dabei das
Schmaltier aus dem Wundbett gehoben. Sie habe daraufhin die Nachsuche
abgebrochen.
HF Schwein nahm Wastl an den Schweißriemen und legte ihn in unmittelba-
rer Nähe vom Anschuss ab. Da es während der Nachtstunden stark gereg-
net hatte, konnte vom Hundeführer kein Schweiß bzw. Schnitthaar gefun-
den werden. Auf den Befehl „Such“, ließ der Hundeführer seinen Rüden am
Schweißriemen die Nachsuche beginnen. Wastl untersuchte den Anschuss-
bereich, setzte nach kurzer Zeit die Suche ca. 30 Meter talwärts beginnend
fort und suchte in einem Haken von 90 Grad in den angrenzenden Jungwald
weiter. Vermutlich aufgrund der schon zuvor durchgeführten Nachsuche mit
den beiden Labradors, „pendelte“ Wastl immer wieder, jedoch mit sehr tie-
fer Nase der Horizontale in den Jungwald, dann in einen stark aufgelichteten
Wald und dann in eine Fichtendickung folgend. Nach einer Suche von ca.
150 Metern, konnte Wastl in einer Fichtendickung frischen Schweiß ver-
weisen. Die Schützin Edith Kürner teilte dem Hundeführer mit, dass sie bei
dieser Stelle ihre Suche mit ihren beiden Hunden abgebrochen habe. Die
Suche verlief weiter in der Horizontalen, wobei die Suche von Wastl zu-
sehends intensiver wurde. Während der weiteren Nachsuche konnte Wastl
immer wieder Schweiß verweisen, wobei es sich lediglich um einige Tropfen
handelte. Nachdem die Suche von Wastl in eine Lärchendickung begann,
war der Schuss von einem „abgestellten“ Jäger zu vernehmen. Wastl folgte
noch ca. 50 Meter horizontal in die Lärchendickung und machte einen Ha-
ken talwärts. Nach einer weiteren Suche von ca. 50 Metern konnte Wastl die
Suche erfolgreich bei dem bereits verendeten Schmaltier beenden. Der auf
einer Forststraße abgestellte Jäger Josef Atschreiter jun. konnte bei dem
schwer kranken Schmaltier einen sofort tödlichen Fangschuss anbringen.
Wastl zeigte beim Stück angekommen reges Interesse, leckte kurz an der
Einschussstelle und ließ sich vom Hundeführer neben dem Stück ablegen.
Hundeführer Mario Schwein und Wastl haben die Suche, aufgrund der er-
schwerten Bedingung durch die anderen Hunde auf der Fährte, sehr gut
gelöst. Es war deutlich erkennbar, dass der Hundeführer über Erfahrung als
Berufsjäger verfügt. Er führte die Sucharbeit mit viel Ruhe durch, was sich
auf den Hund übertrug. Der Rüde suchte immer ruhig, anfangs pendelnd
(vermutlich aufgrund der Nachsuche durch die Hunde der Schützin) und
immer ganz locker am Schweißriemen.
Die Zusammenarbeit zwischen Hundeführer und Hund ist sehr harmonisch.
Die Riemenarbeit auf der Fährte wird mit der Note 3 bewertet (Nachsuche
von mindestens 400 Metern). Das Verhalten beim erlegten Stück kann eben-
falls mit der Note 3 bewertet werden.
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