Page 33 - Journal 9 November 2019
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zu nehmen, gibt es im Lienzer Kranken- und Autor mehrerer Fachbeiträge. Beim KÖRPER & GESUNDHEIT
haus die Möglichkeit eines umfassenden „OnkoUpdate“ in Lienz unterstrich er die Qualitätszertifikat
für Vermittlungs-
Gespräches. In dieses sind neben dem dringende Notwendigkeit einer zufrie-
agenturen
Palliativteam, den betreuenden Ärzten denstellenden Schmerztherapie für Men-
Siegfried Klammsteiner
und Pflegepersonen auf Wunsch auch schen, die palliativ betreut werden. Sein
Die gesetzliche Grundlage in der
Familienangehörige miteingebunden. So Tenor: „Nur wenn zermürbende Schmer- 24-St-Betreuung ist unter ande-
rem ein freies Gewerbe, das so-
kann gemeinsam die bestmögliche Ver- zen unter Kontrolle sind, ist ein weiterer wohl die Agenturen als auch die
PersonenbetreuerInnen haben.
sorgung vorbereitet und geplant werden. Zugang zu den PatientInnen bzw. der Er- Somit gibt es wenig klare gesetz-
liche Vorgaben, welche Voraus-
Dem „Mobilen Palliativteam Osttirol“ ge- halt von Lebensqualität in der palliati- setzungen in dieser Branche zu
erfüllen sind.
hören neben DGKP Christine Ganeider ven Betreuung möglich.“ Univ.-Prof. Dr. Mit der Vorgabe von Richtlinien,
die zur Erreichung des Zertifika-
auch die diplomierten Pflegekräfte Svenja Barbara Friesenecker, stellv. ärztliche tes zu erfüllen sind, soll nicht nur
darauf geachtet werden, dass all
Resinger und Miriam Stabinger an. Als Leiterin der Abteilung für Allgemeine und die gesetzlichen Vorgaben erfüllt
werden (was bei einem freien
Leiter fungiert Dr. Clemens Skrabal. Er Chirurgische Intensivmedizin an der Uni- Gewerbe nicht so schwierig ist), Foto: Dina Mariner
sondern darüber hinaus, dass
konnte bereits an mehreren Stellen in Ös- versitätsklinik Innsbruck, konnte die ihr auch die Sorgfaltspflicht gegen-
über Kunden und BetreuerInnen
terreich Erfahrungen sammeln und war gestellte Frage nach der Möglichkeit des umgesetzt wird. Zudem soll ein
Prozess für Qualitätsbewusst-
in den letzten Jahren im Rahmen des „Mo- „Verhungern und Verdurstens“ am Le- sein und für eine kontinuierliche
Weiterentwicklung in die Wege
bilen Palliativteams Villach“ tätig. bensende klar beantworten. Sie wies in geleitet werden.
Die Zertifizierungsstelle sieht
ihren Ausführungen nicht nur auf die ge- sich nicht in erster Linie als Kon-
trolleur, sondern als fachliche
In der Kärntner Draustadt gibt es das An- setzliche Verpflichtung hin, Wissen und Begleitung und Ideengeber, wie
Agenturen sich weiterentwickeln
gebot zur mobilen Versorgung von Be- Erfahrung zum „Wohle der Kranken“ und und ihr Angebot verbessern kön-
nen. Eine durchaus sinnvolle
troffenen aus dem Raum Villach bereits zum „Schutz der Gesunden“ einzusetzen, Initiative, die vorläufig für Agen-
turen noch nicht verpflichtend
seit einigen Jahren. Die Tätigkeit des Vil- sondern auch auf den ethischen Grund- ist, sondern auf freiwilliger Basis
beruht.
lacher Palliativteams wurde auch bei der satz des „Selbstbestimmungsrechts des Der Kernpunkt der Qualität in
der 24-St-Betreuung ist jedoch
Tagung in Lienz vorgestellt. Gemeinsam Patienten“. die Qualität der BetreuerInnen.
Bis auch dafür einheitliche Stan-
mit Dr. Wolfgang Danhofer, Allgemein- dards definiert sind, liegt es an
den Agenturen, eigeninitiativ für
mediziner aus Greifenburg, berichtete Grundsätzlich bedeutet der Einsatz von Fortbildungen, für Deutschkurse
zu sorgen und in der Auswahl
Dr. Susanne Zinell (Mobiles Palliativteam Palliativmedizin nicht, dass „nichts“ der BetreuerInnen Sorgfalt wal-
ten zu lassen.
Kärnten/LKH Villach) von der hervorra- mehr getan werden kann, sondern be- Siegfried Klammsteiner
gend funktionierenden Zusammenarbeit zeichnet therapeutische Maßnahmen, Pflegedienst ISL
24-Stunden-Pflege
zwischen dem mobilen Palliativteam und deren Hauptaugenmerk auf der Linde- und -Betreuung
Dr. Karl Renner-Str. 22
den niedergelassenen Ärzten. Gegründet rung von Beschwerden und Symptomen
9900 Lienz
wurde das „Mobile Palliativteam Villach“ liegt. In diesem Zusammenhang kommt Tel.: 04852/714 86
E-Mail: isl@pflege-rundum.at
auch der Strahlentherapie, www.pflege-rundum.at
etwa bei der Behandlung journal 33
von Knochenmetastasen,
die zu einem Knochenbruch
führen können oder starke
Schmerzen verursachen,
große Bedeutung zu. Dass
diesbezüglich ebenfalls die
Linderung von Beschwer-
den im Vordergrund steht,
wurde von Dr. Christine
Orasch, Oberärztin am In-
stitut für Strahlentherapie/
Radioonkologie des Klini-
kums Klagenfurt, klar for-
muliert. Anhand von Fall-
Foto: © Osttirol Journal beispielen konnte sie die
Möglichkeiten der Strahlen-
Primaria PD Dr. Birgit Volgger, Vorsitzende und Moderatorin der therapie aufzeigen. Auf ei-
Tagung, im Bild mit Peter G. Lercher vom „Forum Medizin“ (links
außen) und Dr. Clemens Skrabal, Mobiles Palliativteam Osttirol nen anderen Aspekt, der in
(rechts außen) der letzten Lebensphase von
Menschen mitunter beob-
achtet wird – nämlich dass
von Prim. Univ-Prof. Dr. Rudolf Likar, die Wahrnehmung der Umgebung nicht
Vorstand der Abteilung für Anästhesio- oder nur mehr eingeschränkt möglich
logie und Intensivmedizin am Klinikum ist und Unruhe oder verlängerte Schlaf-
Klagenfurt. Er beschäftigt sich seit vielen phasen auftreten – ging OA Dr. Dietmar
Jahren mit den Themen Palliativmedizin Weixler, Palliativmediziner und Notarzt
und Schmerztherapie, ist Mitbegründer vom Landesklinikum Waldviertel, ein. Er
der österreichischen Schmerzgesellschaft widerlegte in seinem Referat die Vermu-

